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Selbstfürsorge

Der Wecker klingelt und das Leben ruft: „Kommst du?“

Die Antwort kommt direkt: „Nein!“

An Morgen wie diesem, fällt es schwer, das Bewusstsein in den Körper einziehen zu lassen, um aufzustehen.

Der Kopf hämmert, der Fuß drückt seinen steifen Widerstand aus.

Diesen Körper mit seinen Verletzungen möchte sie heute nicht bewohnen, denn das würde bedeuten, schon direkt beim Erstkontakt mit der Welt außerhalb der Daunendecke, Bedürfnisse erfüllen zu müssen. Den schmerzenden Körper versorgen, die hummelnden Gedanken ordnen, das Notwendige vom Möglichen unterscheiden.

Manchmal fängt der Morgen schon mit Aufgaben an, bevor sie den Blick auf die Termine des Tages gerichtet hat. Dann fühlt sie sich schwer mit sich und hat schon alle Hände voll damit zu tun, sich selbst zu tragen.

Manchmal tut es gut, genau das ganz bewusst zu tun: sich selbst tragen, für sich selbst sorgen, mit allem, was Kopf, Fuß und Herz für den Morgen brauchen und erst danach zu schauen, was heute außerdem noch möglich ist. Vielleicht ist heute ein Tag für das Backen von ganz kleinen Brötchen und für die „gut genug Regel“. Es könnte ein Tag für Spiegeleibrot zum Mittagessen sein.

Dem Herz wird warm, so rundherum und es fühlt sich leichter, nachdem diese Gedanken bei ihm angekommen sind. Es hebt die Hand und traut sich nun, auch etwas beizutragen. Es ist sehr schüchtern und spricht so leise, dass sie gut zuhören muss, um es zu verstehen: „Bitte sanfte Langsamkeit für mich heute.“

Sie lässt sich berühren von diesen Herzensworten und bedankt sich für seine achtsame Erinnerung.

Eigentlich weiß sie es ja auch, dass erst wenn sie gut für sich sorgt, das Bewusstsein wieder gerne in ihren Körper einzieht. Aus diesem Raum heraus kann sie die Welt freudig erkunden.

Jetzt ist sie soweit.

„Leben – ich komme!“

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